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Anmeldephase für unser Medienprojekt Klasse! 

Den Umgang mit Nachrichten trainieren

Münster

474 Klassen der Grundschulen und weiterführenden Schulen haben im zurückliegenden Schuljahr mit uns das Thema Medien und Tageszeitung auf den Stundenplan gehoben. Jetzt geht es an die Planung des neuen Projektjahres. Am 30. September ist Anmeldeschluss.

Klasse! Foto: Pier/Austermann/privat

Bei unserem Medienprojekt Klasse! geht es ums Lesen der Zeitung. Darauf lag schon 2002 ein Hauptaugenmerk, als wir das Klasse!-Projekt erstmals vorgestellt haben. Heute – 20 Jahre später – legt Klasse! nach wie vor einen Fokus auf das Lesen und Verstehen von Nachrichten. Doch es geht längst um viel mehr.

Die Medien- und Informationslandschaft hat sich in den vergangenen Jahren verändert – und damit auch die informationsorientierte Mediennutzung und die Herausforderungen an die Kompetenzen von jungen Nutzerinnen und Nutzern.

Digitale Neuaufstellung

Um den veränderten Bedingungen gerecht zu werden, hat sich Klasse! immer wieder neu aufgestellt. Zuletzt sind wir digitaler geworden und haben uns in Corona-Zeiten mit Klassen zum virtuellen Redaktionsgespräch verabredet. Auf unserer Startseite gibt es Video-Clips, die interessierte Klassen mit ins Papierlager, an die Rotation oder an den Newsdesk nehmen.

Klasse! setzt auf die Tageszeitung – und blickt über den Tellerrand: Wie arbeiten Redaktionen? Welche Rolle spielen soziale Medien angefangen von Facebook und Instagram bis TikTok? Die Plattformen Whats­App, YouTube und Facebook sind die Angebote, die von jungen Menschen regelmäßig verwendet werden, um Nachrichten zu suchen, zu lesen, anzuschauen, zu teilen oder darüber zu diskutieren. Doch was gilt es beim Umgang zu beachten?

Im Rahmen von Klasse! versuchen wir Antworten zu geben. Vor allem möchten wir die Fertigkeiten für das Navigieren durch die zuweilen undurchsichtige Medienwelt mit Klasse!-Klassen trainieren. Jeden Tag erscheinen weltweit Millionen neuer Videos, Artikel und Posts. Unter den vielen Neuigkeiten, die sich im Netz und in Chatgruppen verbreiten, sind seriöse Nachrichten. Aber auch Falschinformationen. Medienwissenschaftler werden daher nicht müde zu betonen, dass der Umgang mit Medien zur Schlüsselqualifaktion geworden ist.

Viele Menschen sind nachrichtenmüde

Klasse! setzt hier an: Unser Projekt will Schülerinnen und Schüler anregen, sich mit Medien zu beschäftigen. Vor allem soll das grundlegende Interesse für Nachrichten geweckt werden.

Denn dieses ist rückläufig. Beim „Digital News Report 2022“ des Reuters-Instituts unter Mitwirkung des Hamburger Leibniz-Instituts für Medienforschung hat nur ein knappes Drittel der jungen Menschen zwischen 18 und 24 Jahren „ein großes Interesse für Nachrichten“ bekundet. Die Mehrheit der Deutschen, so haben die Wissenschaftler herausgefunden, sei generationsübergreifend nachrichtenmüde. Über Politik und Corona werde zu viel berichtet. Auch negative Auswirkungen auf die Stimmung und eine Erschöpfung aufgrund der Vielzahl an Nachrichten seien Gründe, weshalb vor allem junge Menschen Nachrichten meiden. 16 Prozent haben inzwischen sogar das Gefühl, mit den Nachrichten gar nichts mehr anfangen zu können. Wir wünschen uns, dass Klasse! die junge Zielgruppe motiviert, sich aktiv mit Nachrichten auseinanderzusetzen. Dazu wird die Zeitung ins Klassenzimmer geliefert – entweder als gedruckte Version oder als ePaper.

Das Lesen der Zeitung löst jedes Jahr erstaunliche Reaktionen aus. Im zurückliegenden Klasse!-Jahr haben wir Zuschriften zum Krieg in der Ukraine erhalten: Kinder haben Briefe an Präsident Putin geschrieben und ihn gebeten, die Gewalt zu beenden. Auf Fotos stellten sich Schülerinnen und Schüler zum Peace-Zeichen auf – und bekundeten so ihre Solidarität mit der Ukraine. Andere setzten sich künstlerisch mit dem Klimawandel auseinander. Und Viertklässler gründeten sogar nach ihrem Zeitungs-projekt eine Schülerzeitung an ihrer Schule.

Ab zur Anmeldung

Doch Klasse! hat auch spaßige Seiten: Bei den Team-Building-Events mit dem Verein „Strong Partners“ aus Münster ging es sportlich zu. Die Kinderuni der WWU Münster setzte auf Wissensvermittlung mit Aha-Effekt. Und dann gab es noch Workshops, bei denen Kreativität und handwerkliches Geschick gefragt waren. Mit Marita Drees haben Mädchen und Jungen aus Zeitungspapier nachhaltiges Garn gesponnen. Das war eine ganz besondere Bearbeitung der Nachrichten.

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