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Nachfolger für 9-Euro-Ticket

49-Euro-Ticket: Das Angebot hat einen Haken

Für Millionen Fahrgäste kommt ein bundesweites 49-Euro-Monatsticket für Busse und Bahnen ab Anfang 2023 in Sicht. Darauf verständigten sich die Verkehrsminister von Bund und Ländern am Donnerstag. Ein prima Angebot mit einem Haken. Ein Kommentar.

Eine Frau steht im Bahnhof an einem Fahrkartenautomaten: Bund und Länder haben sich grundsätzlich auf einen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket verständigt. Foto: dpa

Ja, der große Erfolg des 9-Euro-Tickets hatte viel mit dem kleinen Preis zu tun. 9 Euro – da kostet schon die Zugfahrt von Lengerich nach Münster mehr. Doch der Erfolg lag nicht am Preis allein: Dieses Ticket hat endlich eine Schneise ins Tarif-Dickicht geschlagen. Ob Potsdam oder Püsselbüren, ob Bielefeld oder Berlin: Karte kaufen, einsteigen, losfahren – bequemer geht es nicht. Prima, dass Bund und Länder das Sonderticket fortführen wollen. Nur: Das derzeitige Konzept hat einen Mangel.

Viel preiswerter geht es nicht

Das ist nicht einmal der Preis. Für 49 Euro einen Monat lang alle Busse, Straßenbahnen und Regionalzüge in Deutschland nutzen zu dürfen, ist kein schlechtes Geschäft. Und auch Finanzminister können jeden Euro nur einmal ausgeben: für den dringend notwendigen Ausbau des Bahnangebotes oder für die Subventionierung der Fahrkarten. Viel preiswerter geht es also nicht.

Laufendes Abonnement, monatlich kündbar

Der Fehler ist ein anderer: Bund und Länder machen das 49-Euro-Ticket selbst unattraktiver, wenn sie es nur im Abo anbieten. Es hilft wenig, dass dieses leicht kündbar sein soll. Wer am Monatsanfang einmal von Lengerich nach Münster und zurück fährt, mag kalkulieren, ob es sich lohnt, noch einige Euro für das 49-Euro-Ticket draufzulegen, aber sich gleich länger binden zu sollen, schreckt Bahn-Neueinsteiger unnötig ab.

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