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Benedikt XVI. zu Grabe getragen

Abschied zeigt Wandel im Papstamt

Rom

Die Katholische Kirche hat Abschied von dem verstorbenen emeritierten Papst Benedikt XVI. genommen. Das Requiem wurde von Benedikts Nachfolger Franziskus zelebriert. Allein schon diese Konstellation zeigt, dass sich das Papstamt verändert hat. Dazu unser Kommentar.

Von Johannes Loy

Die Sargträger tragen den Sarg des verstorbenen emeritierten Papstes Benedikt XVI. nach der öffentlichen Trauermesse für den emeritierten Papst Benedikt XVI. auf den Petersplatz, dahinter geht Georg Gänswein (r), Kurienerzbischof und langjähriger Privatsekretär des verstorbenen emeritierten Papst Benedikt XVI. Foto: dpa

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung Roms, vieler Pilger und ungezählter Menschen an den Bildschirmen weltweit ist der emeritierte Papst Benedikt XVI. zur letzten Ruhe geleitet worden. An diesem Tag überwogen Trauer, Achtung und Respekt.

Auch wenn viele Nachrufe bereits geschrieben sind und die Stärken und Schwächen des Übergangspapstes zwischen Johannes Paul II. und Franziskus längst gegeneinander abgewogen wurden, so spürten die Menschen anlässlich der Beisetzung erneut die historische Tragweite eines solchen Tages.

Amt hat an absolutistischer Schwere verloren

Wahrscheinlich zum letzten Mal für möglicherweise Jahrhunderte wurde ein Papst aus Deutschland zu Grabe getragen, dessen Wahl 2005 im Gefüge der Weltkirche alles andere als selbstverständlich galt. Zugleich wird man erst mit einem gewissen historischen Abstand ermessen können, was diese kurze Amtszeit des Joseph Ratzinger für die Kirche bedeutete.

Die Tatsache, dass ihn sein Nachfolger Franziskus beerdigte, deutete wiederum auf eine neue Zeitrechnung für das Papstamt hin. Dieses hat mit Ratzingers wohlbedachtem Rücktritt 2013 seine absolutistische Schwere verloren – und damit an menschlicher Kraft gewonnen.

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