1. www.wn.de
  2. >
  3. Kommentar
  4. >
  5. Allianz für Aus- und Weiterbildung: Weitblick bewiesen

  6. >

Kommentar

Allianz für Aus- und Weiterbildung: Weitblick bewiesen

Der Facharbeitermangel ist trotz Corona-Krise Realität. Er steht aber auf der aktuellen Tagesordnung nicht weit oben. Dennoch gibt es nun eine Vereinbarung über den Erhalt von dringend benötigten Ausbildungsplätzen.

Jürgen Stilling

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte: „Die duale Ausbildung ist ein Markenkern unseres Landes und unser Ticket in eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft. Deshalb müssen wir sie gerade in schwierigen Zeiten am Laufen halten.“ Foto: Kay Nietfeld

Die Corona-Pandemie hat ein entscheidendes Thema für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands an den Rand gedrängt: den Mangel an Fachkräften und qualifizierten jungen Menschen, die eine duale Berufsausbildung anstreben. Aktuell verschärft die Wirtschaftskrise die Lage, denn viele Ausbildungsbetriebe rutschen in die Insolvenz.

Die jetzt getroffene Vereinbarung zwischen Politik, Unternehmen und Gewerkschaften beweist den Weitblick, der derzeit ebenso wichtig ist wie Finanzspritzen zum Ausgleich von Umsatzausfällen. Auch wenn die Pandemie den Bedarf an Arbeitskräften kurzfristig sinken lässt, beseitigt sie die strukturellen demografischen Probleme nicht: Die Zahl der Schulabgänger sinkt, und junge Menschen gehen nach wie vor lieber an die Universitäten und Fachhochschulen statt in eine betriebliche Ausbildung.

Die neue Initiative kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die schon Ende 2014 ins Leben gerufene „Allianz für Aus- und Weiterbildung“ bislang kaum Erfolge zu verbuchen hatte. Der generelle Trend zur Akademisierung wurde nicht gebremst.

Startseite