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Kommentar

Apple bekommt im Steuerstreit Recht: ein Missverständnis

Der Streit um die Steuervermeidung amerikanischer IT-Konzerne währt schon lange. Jetzt hat ein EU-Gericht ein Urteil gegen Apple gekippt. Der iPhone-Konzern freut sich.

Jürgen Stilling

Das Apple-Logo taucht weltweit auf. Foto: Edmond Terakopian

Das Urteil des EU-Gerichts, das dem US-Giganten Apple die Steuernachforderung in Irland erlässt, macht wütend. Allerdings nur dann, wenn man die Sachlage sehr oberflächlich betrachtet. Entgegen weit verbreiteter Vorurteile hat Apple den irischen Fiskus nicht mithilfe kurioser Steuertricks hinters Licht geführt, sondern lediglich das Lockangebot einer Steueroase angenommen.

Würde weltweit gerecht dort besteuert, wo die Wertschöpfung entsteht, könnte Europa im Falle der Internet-Riesen kaum profitieren – und noch viel weniger Deutschland. Denn vor allem die USA haben jahrelang darauf verzichtet, die ausländischen Erträge ihrer Konzerne mit Steuern zu belegen. Länder wie Irland und Luxemburg setzten zudem lange auf niedrige Steuern, um Großfirmen ins Land zu locken – und damit Arbeitsplätze zu schaffen.

Im Übrigen ist eine Erkenntnis nicht neu: Mit der Senkung der Steuersätze kann der Staat seine Einnahmen steigern. Standorte mit Mini-Besteuerung locken nicht nur internationale Firmen hat, sondern fördern zudem die Ehrlichkeit gegenüber dem Finanzamt. Letztlich fußt die Wut auf Apple und Co. also auf einem Missverständnis.

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