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Der Antrittsbesuch des Pentagonchefs in Deutschland

Austins Charmeoffensive

Es war ein Signal, das sich das politische Berlin herbeigesehnt hat: Mitten in der Coronapandemie besucht der neue Pentagonchef Deutschland im „Präsenzmodus“ und verbreitet transatlantische Frühlingsstimmung - und brachte ein Gastgeschenk. Ein Kommentar.

Claudia Kramer-Santel

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), Bundesministerin der Verteidigung, empfängt US-Verteidigungsminister Lloyd Austin im Bundesverteidigungsministerium. Foto: dpa Foto: Kay Nietfeld

Es war ein Signal, das sich das politische Berlin herbeigesehnt hat: Mitten in der Coronapandemie besucht der neue Pentagonchef Deutschland im „Präsenzmodus“ und verbreitet transatlantische Frühlingsstimmung. Bei seiner Antrittsvisite beehrte er außer Israel und der Nato-Zentrale in Brüssel nur zwei weitere Hauptstädte: Berlin und London.

Und dann als Gastgeschenk noch eine besonders starke Geste: Lloyd Austin will die US-Truppen in Deutschland sogar aufstocken – 500 zusätzliche US-Soldaten sollen kommen. Der pensionierte Viersternegeneral startet eine Charmeoffensive und verbreitet das Gefühl, dass man auf den Partner jenseits des großen Teichs wieder setzen kann.

Transatlantische Beziehungen fördern

Das hat auch Kalkül: Denn der erfahrene Militärstratege weiß, wie bedrohlich die Lage ist. Besonders in der Ostukraine, wo sich ein neuer Konflikt mit Russland zusammenbraut, aber auch im Iran, Irak und in Afghanistan bleibt die Lage schwierig. Über allem steht das Erstarken Chinas. Da braucht man rasch gemeinsame Lösungsansätze.

Und so rücken Kritikpunkte, die unter Trump stets als Erstes auf den Tisch kamen, in den Hintergrund. Biden hat offenbar großes Vertrauen, dass Deutschland auch in der Nach-Merkel-Ära ein Hort der Sicherheit im Herzen des krisengeschüttelten Europa bleibt. Die gute Nachricht: Die transatlantischen Beziehungen bleiben dafür das Fundament.

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