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Boostern in den Niederlanden möglich

Gelebte Nachbarschaft

Münster

Deutsche können sich in den Niederlanden „Boostern“ lassen, auch umgekehrt funktioniert das – wenn auch nur eingeschränkt. Warum die Kooperation der beiden Staaten in der Krise Schule machen sollte. Ein Kommentar. 

Von Claudia Kramer-Santel

Ein Mann lässt sich eine Booster-Impfung geben. Foto: dpa Foto: Bernd von Jutrczenka

Woran erkennt man gute Nachbarn? Sie stehen in der Krise zusammen, lassen sich nicht alleine. So etwas vergisst man nie. Nicht anders funktioniert es mit Staaten. Während einige in der Not nur an sich denken, zeigen sich andere solidarisch. Deutschland hat viele angrenzende Länder. Das ist eine große Chance.

Und Deutschland und die Niederlande sind in der Coronakrise mit positivem Beispiel vorangegangen. Als jenseits der Grenze zu wenig Intensivplätze zur Verfügung standen, nahm NRW Erkrankte auf. Als die Impfung im Nachbarland ins Stocken geriet, waren Impfaktionen in Deutschland ein Ausweg. Auch die Niederlande zeigen sich großzügig: Deutsche können sich dort Boostern lassen. Ohne große Politik entstehen trotz mancherlei bürokratischer Hürden vor Ort Traditionen. Sie basieren auf Vertrauen und Offenheit. Gelebte EU.

Doch es gibt noch Luft nach oben beim Handeln über den Tellerrand. Viele Länder außerhalb der Komfortzone EU warten auf Impfstoff. Geopolitisch fragwürdige Akteure nutzen die Krise aus. Eine globale Antwort steht aus. Die deutsch-niederländische Kooperation zeigt im Kleinen, was im Großen gelten sollte: Gemeinsam sind wir stark.

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