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Fachkräftemangel lähmt das Wachstum

Bremse schnell lösen

Schon jetzt sind Fachkräfte in zahlreichen Wirtschaftszweigen extrem knapp, dabei bremsen zurzeit noch die Corona-Folgen und vor allem der Krieg in der Ukraine die Konjunktur. Das heißt: Wegen der Lieferprobleme ist das Wachstum und damit der Bedarf an Arbeitskräften gedämpft. Dennoch sinkt derzeit schon die Erwerbslosigkeit und der Mangel an qualifizierten Beschäftigten spitzt sich massiv zu.

Von Jürgen Stilling

Bauarbeiter gehören auch zu den Fachkräften, die zum Teil knapp sind. Foto: dpa

Für den ab 2023 erhofften kräftigen Aufschwung könnte sich dieser Mangel als Bremsklotz erweisen. Deshalb müssen Politiker und Verbandsvertreter nun in Windeseile neue Pflöcke für den Arbeitsmarkt der Zukunft einschlagen.

In konkreten Zahlen stellt sich der demografische Wandel so da: Die sogenannten Babyboomer wechseln zwischen 2025 und 2035 in den Ruhestand. Es rücken dann so wenig junge Menschen nach, dass bis 2030 bereits mehr als drei Millionen Fachkräfte fehlen könnten.

Alle Potenziale sollten gehoben werden: Langzeitarbeitslose müssen konsequenter für eine Rückkehr in ein dauerhaftes Beschäftigungsverhältnis geschult werden. Unternehmen sollten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kreativ verbessern. Und – das ist wohl der erfolgversprechendste Ansatzpunkt – die Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland muss massiv gefördert werden. Ansonsten kann die deutsche Wirtschaft den demografischen Wandel nicht meistern.

Und ohne geeignete Arbeitskräfte dürften alle Zukunftsprojekte letztlich ins Stocken geraten. Um Windräder und Solarmodule für die Energiewende zu installieren, werden Menschen benötigt, die die Fähigkeit dazu haben. Handwerker mit Know-how müssen die Gebäude sanieren, um die nötigen CO2-Einsparungen zu verwirklichen, die für den Beschränkung des Klimawandels notwendig sind. Auch die Digitalisierung der Unternehmen und der Behörde kann ohne Fachkräfte nicht realisiert werden.

Möglicherweise muss auf ein weiteres Potenzial zurückgegriffen werden: Rentner und Rentnerinnen, die freiwillig länger arbeiten wollen.

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