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Kommentar

Brexit-Verhandlungen: Ohne jedes Konzept

Wenn eines in den vergangenen Monaten beim Thema Brexit deutlich wurde, dann die völlige Unbedarftheit der britischen Regierung. Die Abstimmung wurde von Ex-Premier Cameron angesetzt in der Gewissheit, sie zu gewinnen und keinerlei Gedanken an die Konsequenzen verschwenden zu müssen. 

Dorle Neumann

Die erste Etappe der Brexit-Verhandlungen geht abermals in die Verlängerung. Foto: Virginia Mayo/AP/dpa

Als die Sache schiefging, übernahm Theresa May das Amt in der Downing Street ohne jegliches Konzept. Die EU hat dies über Monate in zähen Gesprächen zu spüren bekommen. May schwankt bisher zwischen politisch vernünftigen Alternativen und den absurdesten Forderungen der EU-Gegner in den eigenen konservativen Reihen.

Vor allem die Lösung für die künftigen inneririschen Beziehungen darf nicht mehr auf die lange Bank geschoben werden. Denn die Verbindungen zwischen der Provinz Nordirland auf britischer Seite und der Republik Irland sind nicht nur unter Zoll- und Wirtschaftsaspekten sensibel, sondern vor allem in politischer Hinsicht. Keiner, hüben wie drüben, will die alten Konfrontationen wieder aufbrechen lassen – doch wenn dort wieder eine politisch spürbare Grenze entsteht, ist der Ausgang ungewiss.

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