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Starke Inflation

Brisante Passivität

Die extrem starke Geldentwertung trifft vor allem zwei Bevölkerungsgruppen: Die Sparer mit kleineren Vermögen und die Menschen mit Mini-Einkommen.

Von Jürgen Stilling

Auch im Lebensmittelhandel sind die Preise stark gestiegen. Foto: imago-images.de

Die extrem starke Geldentwertung trifft vor allem zwei Bevölkerungsgruppen: Die Sparer mit kleineren Vermögen und die Menschen mit Mini-Einkommen. Während die Geldanleger – zumindest dann, wenn ihr Guthaben mindestens in die Zehntausende geht – auf alternative Parkplätze für ihr Geld wie Aktien oder Fonds ausweichen können, leiden arme Menschen besonders stark unter den Preissprüngen. Denn ärmere Haushalte müssen einen sehr großen Teil ihres Einkommens für Lebensnotwendiges, also Wohnen und Lebensmittel, aufwenden. Und die Preise steigen aktuell deutlich schneller als Löhne und Gehälter.

Dass dieses Thema im politischen Raum bisher nur einen untergeordneten Platz einnimmt, mag der Covid-19-Pandemie geschuldet sein. Doch gerade wegen ihrer sozialen Ambitionen sollte die Ampel-Regierung dieses brisante Themenfeld bald entdecken – und die passive Haltung der Europäischen Zentralbank als gefährlich entlarven.

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