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Kommentar

CDU lässt Top-Personalie weiter offen und steckt Macht-Vakuum

Knapp ein Jahr vor der Bundestagswahl sehnt die CDU eigentlich eine Entscheidung herbei. Doch Corona macht ihr einen Strich durch die Rechnung. Mit unabsehbaren Folgen.

Norbert Tiemann

Der für den 4. Dezember 2020 geplante Präsenzparteitag der CDU zur Wahl eines neuen Parteivorsitzenden ist vom Tisch. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Außenstehend könnte man in der Tat darauf kommen: Die ­Regierungspartei CDU sollte in Zeiten der Pandemie sowohl aktuell als auch vorhersehbar weiß Gott andere Sorgen haben als die Frage nach den Modalitäten der Ausrichtung eines Bundesparteitages. Bei näherer Betrachtung offenbart sich allerdings die tatsächliche ­Dimension dieser prekären Angelegenheit: Durch das Aufschieben der Vorsitzenden-Neuwahl geht die CDU ohne Klärung dieser Spitzen-Personalie ins Wahljahr. Ein unkalkulierbares Risiko.

Mit unabsehbaren Folgen: Der eher unappetitliche Merz-Vorwurf, zur Parteitags-Verschiebung werde auch gegriffen, um seine Wahlaussichten zu schmälern, nährt den Verdacht eines dann doch schärfer werdenden innerparteilichen Dauerstreites. Den aber kann sich die Partei nicht leisten. Genauso schwerwiegend ist die Schwäche der Noch-Vorsitzenden AKK, die als Verteidigungsministerin sehr wohl, in ihrem Parteiamt aber kaum spürbar wahrzunehmend agiert.

Unkalkulierbar dürfte sich auch das Verhalten der CSU entwickeln; Gut möglich, dass das Machtvakuum in der CDU den CSU-Chef auf den Kanzlerkandidaten-Schild hebt.

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