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Impfkampagne

Corona-Politik zum Abgewöhnen

Münster

Wenige Stunden lagen zwischen der Vorstellung des Impfplans in NRW und dem Vorstoß von Jens Spahn, Astrazeneca für alle Impfwilligen freizugeben. Das geht mal wieder gar nicht, meint unser Redakteur Elmar Ries.

Elmar Ries

Schwierig zu verstehen: Am Mittwoch erklärt NRW-Gesundheitsminister Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) noch den Impffahrplan, am nächsten Tag wird Astrazeneca für alle freigegeben. Foto: picture alliance/dpa/dpa Pool | Federico Gambarini

Mittwochnachmittag erklärt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) noch, dass und warum das Astrazeneca-Vakzin in NRW weiterhin nur reguliert verimpft werden kann – am gleichen Abend grätscht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ins Thema und schlägt die generelle Freigabe des umstrittenen Impfstoffs vor, die tags darauf erfolgt. Ober sticht Unter oder: Politik zum Abgewöhnen.

Dabei sind die zugrunde liegenden Nachrichten grundpositiv. In NRW ist die Impfkampagne inzwischen schneller als das Virus. Und: Impfstoffe stehen vielleicht noch nicht in ausreichender, aber doch in so großer Menge zur Verfügung, dass richtig Gas gegeben werden kann bei der Immunisierung der Bevölkerung.

Das bitteschön muss Politik auch so kommunizieren. Im abgestimmten Konzert und nicht in abdriftenden Soli. Denn: Noch ist das Thema Impfungen so sensibel, dass hier vonseiten der Politik Einstimmigkeit und Eindeutigkeit guttut. In der Pandemie haben sich Bund und Länder in puncto Kooperation und Kommunikation wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Auch das gehört zwingend aufgearbeitet und perspektivisch abgestellt.

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