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Kommentar: Corona verlängert die Kandidaten-Kür

Das Fell des Bären

In der Corona-Krise war es lange ruhiger um das Thema, nun kehrt zurück: Wer soll Kanzlerkandidat der Union bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr werden - und wer neuer CDU-Chef? Ein Kommentar. 

Norbert Tiemann

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder betont erneut: «Mein Platz ist in Bayern.». Foto: Sven Hoppe

Dieser Zwischenruf von Noch-CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer dürfte sich als ein frommer Wunsch entpuppen: Denn mit nachlassender Corona-Dramatik rücken natürlich wieder verstärkt die offenen Top-Personalien auf die politische und mediale Agenda: Wer wird neuer CDU-Vorsitzender, wer Kanzlerkandidat der Union, welche Rolle spielt Beliebtheits-Shooting-Star Markus Söder? Die Sommerpause schafft genügend Zeit für Kaffeesatzleserei und Spekulationen.

Jede Interview-Äußerung auf der Waagschale, Suche nach Freund-Feind-Koalitionen, Fettnäpfchen und Fallenstellern; ein beliebtes Spiel, das sich trotz aller Vernunft-Appelle nicht einfach abpfeifen lässt. Auch weil die Laschet-Herausforderer Merz und Röttgen darauf angewiesen sind, über öffentliche Äußerungen parteiintern Aufmerksamkeit auf ihre Kandidaturen zu lenken.

Es wird wohl noch neun Monate dauern, bis Union und SPD die Kanzlerkandidaten-Rollen besetzt haben werden. Bis dahin fließt noch viel Wasser die Spree, den Rhein und die Isar hinunter. Eine Sorge plagt die SPD im Unterschied zur Union nicht: dass das Fell des Bären verteilt wird, bevor er überhaupt erlegt worden ist.

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