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Kommentar

Dauer-Aufschwung geht die Puste aus: Ein Warnsignal

Das Abflauen der Konjunktur ist aktuell noch unproblematisch. Nach neun Jahren mit überdurchschnittlich starkem Wirtschaftswachstum musste dieser Moment irgendwann kommen. Ein Blick auf die gute Arbeitsmarktlage, steigende Löhne und volle Auftragsbücher lässt aber erahnen, dass es sich wahrscheinlich nicht gleich um den Beginn einer tiefgreifenden ­Rezession handelt.

Mirko Heuping

Foto: Hendrik Schmidt

Doch die Zahl der Risikofaktoren, durch die sich aus der Wachstumsdelle ein mittelfristiger Abschwung entwickeln könnte, steigt. Eine Ausdehnung der Strafzoll-Politik der USA, ein harter Brexit und eine ausufernde Schieflage italienischer Staatsfinanzen bergen Sprengstoff für die Weltwirtschaft. Dieses Umfeld ist brand­gefährlich für Investitionen und starkes Wirtschaftswachstum. Obwohl die Party noch nicht endgültig ­vorüber ist, wird die Stimmung langsam schlechter.

Die Bundesregierung sollte die jüngsten Daten als ­erstes Warnsignal verstehen. Die nach wie vor sprudelnden Einnahmen könnte sie verwenden, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Sei es, indem sie Arbeitnehmer steuerlich entlastet und damit die Kaufkraft stärkt oder indem sie die Besteuerung von Unternehmen senkt.

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