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Kommentar zum Ernährungsreport 2017

Deutsche haben wenig Lust zu kochen - mit bitteren Konsequenzen

Da läuft was gehörig auseinander. Immer mehr Verbraucher schauen beim Einkauf auf Tierwohl und Regionalität in der Produktion, sind auch bereit, für gute Qualität mehr zu zahlen. Gleichzeitig kochen immer weniger Deutsche selbst. Sie setzen stattdessen auf Convenience-Produkte, greifen zu Fertigpizza und Tiefkühlmenü. Das wird tiefgreifende Folgen haben. Ein Kommentar.

Uwe Gebauer

Hoch im Kurs: die Fertigpizza. Foto: dpa

Wer die Zubereitung seines Essens nahezu komplett aus der Hand gibt, hat über kurz oder lang nur noch wenig Einfluss auf dessen Qualität, auf die Umweltverträglichkeit von Produktion und Transport, auf Art und Weise der Tierhaltung. Aus Lebensmitteln werden nahezu beliebige Industrieprodukte: Sägemehl im Joghurt, Farbstoffe und Geschmacksverstärker in vorgefertigten Speisen sind längst gang und gäbe.

Das Ganze hat bittere Konsequenzen: Wo heute nur noch widerwillig oder gar nicht selbst gekocht wird, lernen Kinder die Zubereitung von Lebensmitteln überhaupt nicht mehr. Eine Generation weiter wird das Kochen zu einem ausgefallenen Hobby für eine Handvoll Enthusiasten. Und die anderen?

Die leben dann vermutlich schon in Wohnungen, in denen Kühlschrank und Mikrowelle die Küche ersetzen. Und Lebensmittel kommen endgültig nicht mehr vom Feld oder aus dem Stall. Sondern aus Labors und Fabrikhallen.

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