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Corona-Mutationen verschlimmern die Lage

Die Impfstrategie muss angepasst werden

Münster

Die Corona-Lage in Deutschland verschlechtert sich und durch die Mutationen infizieren sich zunehmend auch Kinder und Jugendliche. Sie können noch nicht geimpft werden. Dennoch muss die Veränderung der Lage auch die Impfstrategie ändern, kommentiert unser Redaktionsmitglied Martin Ellerich.

Martin Ellerich

Eigentlich warnt dieses Schild vor spielenden Kindern, wir haben es als Corona-Warnschild modifiziert: Immer mehr Kinder und Jugendliche infizieren sich. Verantwortlich dafür sind die Mutationen. Foto: dpa / Montage: Ann-Kathrin Schriever

Impfen, impfen, impfen heißt die Devise. Die Mutante B.1.1.7 breitet sich rasant aus und ist gefährlicher. Kinder werden von Nebenfiguren des Infektionsgeschehens zu relevanten Überträgern. Während sich bei sehr alten Menschen zeigt, wie gut die Impfung schützt, sorgen sich Virologen nun um Ungeimpfte über 50 Jahre. B.1.1.7 verändert die Lage, dem muss sich die Impfstrategie anpassen in der Frage, wer zuerst und wer mit welchem Vakzin geimpft wird.

Die Experten werden Astrazeneca wohl bald wieder zulassen. Wenn sich bestätigt, dass dieser Impfstoff bei Älteren weniger Risiken hat als bei jungen Frauen, kann es sinnvoll sein, umzusteuern in der Frage, wer Biontech erhält, wer Astrazeneca. Durch das Hin und Her dürfte die Skepsis gegenüber Astrazeneca gewachsen sein. Deshalb sollte das hochwirksame Vakzin vorrangig der Arzt spritzen, auf dessen Rat Patienten vertrauen: der Hausarzt.

Zuweilen scheint es, wir hätten mehr Gedanken in Impf-Gerechtigkeit und „Impf-Drängler“ investiert als in die Impf-Geschwindigkeit. Sollten am Ende des Tages Berechtigte Astrazeneca verschmähen, so müssen Freiwillige ihren Arm eher hinhalten dürfen. Jeder Geimpfte dämmt die Ausbreitung ein, das schützt letztlich auch Ungeimpfte. Und das Virus fragt nicht nach Gerechtigkeit.

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