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Kommentar 

Welche Botschaft das Selfie von FDP und Grünen transportiert

Mit ihrem Selfie haben Annalena Baerbock und Robert Habeck, Christian Lindner und Volker Wissing die mediale Deutungshoheit für sich proklamiert. Dies wird nicht jedem gefallen - aber es entspricht der Logik des Wahlausgangs und des Wahlkampfes.

Von Frank Polke

Das Selfie der Grünen und der FDP nach den ersten Sondierungen. Foto: Volker Wissing

Natürlich zeichnen sich ein Wahlergebnis immer auch in der Mimik und Gestik, in der Körpersprache und der Kommunikation ab. Während Unionskanzlerkandidat Laschet gebeugt von seiner mitverschuldeten Niederlage vor die Presse tritt (treten muss) und SPD-Spitzenmann Olaf Scholz kühl seine Freude verbergen muss, veröffentlichen Grüne und FDP ein gemeinsames Selfie.

Klare Botschaft

Die Botschaft ist klar: Wir haben gewonnen, sind nicht mehr nur Mehrheitsbeschaffer für strauchelnde Ex-Volksparteien – und wir sind jung und digital. Wie altbacken wirkten dagegen die Winke-Winke-Bilder bei den Sondierungen im Herbst 2017 vom Balkon, wie grau-egozentrisch das nächtliche Ende der verhinderten Jamaika nach der vergangenen Wahl.

CDU im Ruch des Überholten

Habeck und Baerbock, Wissing und Lindner mögen schnell ihre Botschaft, ihren Spin des „Wir-sind-bereit“ posten, zu schnell vielleicht. Bei den Erstwählern lagen diese beiden Parteien vorn. Genau deren Erwartungshaltung bedienen und erfüllen sie, während die CDU ihre Inhalte und Kommunikationsstrategie vom Ruch des Überholten befreien muss muss und sich die SPD durch das Scholz-Hoch in trügerischer Sicherheit wiegt.

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