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Kommentar

Die Milliardenhilfe für Tui nach roten Zahlen ist im Interesse aller

Der Reisestopp wegen der Corona-Pandemie hat den weltgrößten Tourismuskonzern Tui tief in die roten Zahlen ge­rissen. Um die Krise zu überstehen, hat sich Tui indes Staatshilfen im Umfang von drei Milliarden Euro gesichert.

Jürgen Stilling

Wolken ziehen über den Firmensitz der Tui Group hinweg. Der weltgrößte Reisekonzern soll zur Überbrückung der Geschäftseinbrüche in der Corona-Krise weitere staatliche Hilfen erhalten. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Bremsspuren sind tief. Kaum eine Branche leidet so massiv unter der Corona-Pandemie wie der Tourismus. Das Milliarden­defizit des weltgrößten Reisekonzerns Tui überrascht deshalb nicht. Damit sind für das Unternehmen Existenz­nöte verbunden, die der Staat mit einem Drei-Milliarden-Kredit gemildert hat.

Doch ist es angemessen, dass die öffentliche Hand ein privates kommerzielles Unternehmen rettet, das weder die finanzielle noch die technische Infrastruktur sichert? Ist ein großer Reiseveranstalter für die Republik so wichtig, dass marktwirtschaftliche Regeln in solch großem Ausmaß außer Kraft gesetzt werden dürfen und der Wettbewerb verzerrt wird?

Ja! Es gibt ein öffentliches Interesse – nicht nur, weil eine Pleite Tausende Arbeitsplätze gefährdet. Hunderttausende Verbraucher würden um die Erstattung ihrer Reisekosten bangen – und in der Branche würden europaweit, wenn nicht gar global, Strukturen kollabieren. ­Gerade für die Deutschen ist Reisen ein essenzieller Lebensbestandteil. Denn die Hoffnung, nach dem Ende der Corona-Pandemie wieder unbeschwert unterwegs sein zu können, macht aktuelle Einschränkungen erträglich.

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