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Kommentar

Die personelle Neuaufstellung der CSU

Der Machtkampf ist zumindest in Bayern entscheiden. Markus Söder hat zumindest den ersten Teil seiner Karriereziele erreicht und wird 2018 den amtierenden Ministerpräsidenten Horst Seehofer in Bayern beerben.

Frank Polke

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (l.) und der bayerische Finanzminister Markus Söder (r.) in der CSU-Zentrale in München vor Beginn der Vorstandssitzung. In der Mitte steht der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. Foto: Amelie Geiger/dpa

Ein Erfolg für den Finanzminister, ohne jeden Zweifel. Söder hat lange genug mit den Hufen gescharrt, jetzt kann er zeigen, ob er wirklich über die Tüchtigkeit und Fähigkeiten verfügt, die er sich ohne Zweifel selbst zuspricht.

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Seehofer wird den letzten Teil seiner 30 Jahre währenden politischen Tätigkeit in Berlin verbringen. Dort will er als CSU-Chef Minister werden, auch, um die Interessen seines Landes Bayern in einer möglichen großen Koalition zu wahren. Doch seine Macht wird schwinden, angesichts einer jungen Garde von CSU-Politikern wie Alexander Dobrindt oder Andreas Scheuer, die selbst nach der Macht in der CSU greifen. Seehofer hat es durch seinen persönlichen Umgang - bedingt durch seinen Charakter - mit Freund und Feind innerhalb der CSU immer verabsäumt, Loyalitäten aufzubauen. Die Quittung könnte der gefallene König bald erhalten.

Und Söder? Dieser Polit-Rambo, dessen politische Fähigkeit unzweifelhaft sind, hat bis zur Landtagswahl ein halbes Jahr Zeit, um sich im Amt zu profilieren. Sollte es ihm aber nicht gelingen, die CSU in Bayern bei der Landtagswahl aus dem Umfragetief (dieses liegt bei 37 Prozent) zu führen, könnte es schnell zu Ende sein mit dem persönlichen Karrieretraum. Denn die CSU verzeiht viel - der Verlust der alleinigen Macht in Bayern gehört aber nicht dazu.

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