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Kommentar

Die Politik versagt beim 49-Euro-Ticket

Als rascher Nachfolger für seinen 9-Euro-Vorgänger aus dem vergangenen Sommer ist das 49-Euro-Ticket längst zu spät dran. Die Verkehrsbranche hält einen Start zum 1. Mai für realistisch, doch es gibt Zweifel und immer neue Probleme. Ein Kommentar.

Ein Symbolbild wie das digitale 49-Euro-Ticket aussehen könnte: Die Verkehrsbranche pocht übergangsweise auf eine Papier-Lösung, denn einige Unternehmen können das digitale Ticket noch nicht kontrollieren. Foto: IMAGO/Piero Nigro

Märchenhaft: Da schlägt die Politik eine Schneise in den Tarifdschungel. Sie beweist, wie einfach Bahnfahren jenseits der Kleinstaaterei der Verkehrsverbünde sein kann: einsteigen und losfahren – bundesweit ohne Recherche nach Preisstufen und dem richtigen Fahrschein.

Das „Sommermärchen“ 9-Euro-Ticket animierte Millionen zu kleinen Fluchten aus dem Alltag und dazu, nach zum Teil jahrelanger Abstinenz wieder in Bus und Bahn zu steigen. Und jetzt schafft es die Politik nicht, an den Erfolg anzuknüpfen und fahrplanmäßig ein Nachfolge-Ticket aufs Gleis zu setzen? Es ist ein Trauerspiel.

Es wird eng mit dem Zeitplan

Seit Monaten ringen Bund, Länder und Verkehrsanbieter nicht nur um die Kosten. Gibt es den Fahrschein nur für das Smartphone oder auch auf Papier, um die Generation „Wählscheibe“ leichter zu erreichen? Und wann kommt das einst „zum Jahreswechsel“ angepeilte Ticket: Zum 1. April? Zum 1. Mai? Zu Sankt Nimmerlein? ­Zuweilen drängt sich durch die immer neuen Debatten der Eindruck auf, Letzteres käme einigen Beteiligten gelegen.

Und die potenziellen Bahnkunden? Die warten womöglich auch im Sommer noch auf den Anschluss für das 9-Euro-Sommermärchen. Wenn nicht noch eine ­gute Fee auftaucht, wird es eng mit dem Zeitplan.

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