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Besonnenheit in der Corona-Zeit

Die Vernünftigen sind in der Mehrheit

Schlagzeilen machen in diesen Tagen allzu oft Querdenker, Corona-Leugner, Impfverweigerer und Masken-Muffel. Dabei scheinen die Vernünftigen in der Mehrheit zu sein. Ein Kommentar.

Gunnar A. Pier

Der Impfstoff von Astrazeneca trifft allen Unkenrufen zum Trotz auf große Nachfrage. Foto: dpa

Ansturm auf die Impftermine. Volle Testzentren. Eingehaltene Abstände an der Ostertafel. Und dann die Nachricht, dass das Gros der Deutschen Reisebeschränkungen befürwortet: Die meisten Menschen scheinen erfreulich besonnen mit der Corona-Situation umzugehen.

Das überrascht vielleicht, weil die Vernünftigen in der öffentlichen Wahrnehmung oft zu kurz kommen. Die Schlagzeilen prägen eher jene, die zum Ballermann fliegen, die heimlich die Hintertür ihrer Boutique öffnen oder gegen Corona-Maßnahmen und Impfungen auf die Straße gehen. Sie tun eben Ungewöhnliches. Wie erfreulich, dass die querdenkenden „ungewöhnlich“ sind.

Denn Disziplin ist leider weiter gefragt. Impfturbo hin, Besonnenheit her: Es ist noch nicht vorbei. Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen etwa ist über Ostern erstmals seit zwei Monaten wieder über 4000 gestiegen, gut die Hälfte wird beatmet. Also braucht’s Regeln – und viel Vernunft. Dazu gehört auch der langsam aufkommende gesellschaftliche Druck auf Impf-Verweigerer. Wer impfberechtigt ist, aber die Chance nicht nutzt, darf sich nicht wundern, wenn er zum nächsten Familienkaffeetrinken nicht eingeladen wird.

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