1. www.wn.de
  2. >
  3. Kommentar
  4. >
  5. Die Wirksamkeit von Weihnachten: Ruhig mit Taschentuch . . .

  6. >

Kommentar

Die Wirksamkeit von Weihnachten: Ruhig mit Taschentuch . . .

Die modernistische Weihnachtskritik an Kaufrausch und Bunte-Kugel-Romantik mag ja ihre Berechtigung haben; die Freude am Schenken und Beschenktwerden im Kreise von Familie und Freunden sollten wir uns durch allzu moralisierende Miesmacher aber nicht eintrüben lassen. 

Norbert Tiemann

Eine Frau entzündet in der Geburtskirche in Bethlehem Kerzen. Neue Unruhen nach der Entscheidung Donald Trumps, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, lassen die Lebensumstände der Christen schwieriger werden. Foto: Imago

Denn neben aller glühweingeschwängerten Konsumlust in den Adventswochen setzt sich an Heiligabend doch der Kern des Festes, die Weihnachtsbotschaft vom Frieden auf Erden, Wunsch und Appell gleichermaßen, durch. Weihnachten ist eben mehr als eine nur kalendarische Zäsur: Selbst in dieser kühlen, globalisierten und digitalisierten Hochgeschwindigkeitswelt erreicht uns die Botschaft mit dem Kind in der Krippe, packt uns doch die Rührung beim „Stille Nacht, heilige Nacht“ – der verstohlene Griff zum Taschentuch inklusive.

Weihnachten verdient mehr Wirksamkeit als drei besinnliche Festtage. Die Friedensfrage stellt sich nämlich jenseits von Krieg in unserer materialistischen und vom Credo der Selbstverwirklichung geprägten Gesellschaft alltäglich: Wie gehen wir um mit dem Lebensrecht Ungeborener? Wie mit den Menschen, die sich in der Pflege aufopferungsvoll um Alte und Kranke kümmern? Wie mit der wachsenden Armut im Alter?

Mehr zum Thema

Interview: Bischof Felix Genn über die Terrorgefahr und die Kraft der frohen Botschaft

Bischof Genn über Zuschuss-Debatte enttäuscht:  Katholikentag wird Münster Schwung geben

GroKoGenn mahnt Parteien - Altmaier signalisiert Entgegenkommen

Vielleicht fällt ja den Dauer-Sondierern in Berlin über Weihnachten dazu etwas ein.

Startseite