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Diskussion über Corona-Lockerungen

Distanz und Debatte

Setzt die Mittwochsrunde bei Kanzlerin Merkel Meilensteine in Sachen Lockerungen? Der Druck wächst. Und zwar nicht nur von schrillen Profilneurotikern oder Leichtsinns-Geneigten.

Norbert Tiemann

Aufkleber in Form von Füßen und einem Pfeil kleben in einer Schule auf dem Boden, um die Laufrichtung anzuzeigen. Foto: dpa

Ja, Deutschland debattiert wieder. Und das ist gut so. Denn das Debattieren wird die Republik mitnehmen wollen und müssen in die neue Normalität mit Maske, Distanz und Desinfektion, aber ohne Gedrängel im Bus und an der Brötchen-Theke sowie das Küsschen-rechts-Küsschen-links-Getue. Der Ausweg aus dem Corona-Ausnahmezustand ist in seinem Funktionieren angewiesen auf entschlossen und konsequent gelebte Eigenverantwortung der Regierten; dann können, ja dann müssen die Regierenden die Beschränkungen nach und nach reduzieren.

Setzt die Mittwochsrunde bei der Kanzlerin hier Meilensteine? Abwarten und gesund bleiben. Zweifellos wächst der Druck für Lockerungen. Aus Wirtschaft, Politik, Pädagogik, Sozialarbeit, Psychologie. Diese Stimmen gehören nicht diskreditiert ins Lager der schrillen Profilneurotiker oder der Leichtsinns-Geneigten; auch sie sind getragen von Verantwortung und Besonnenheit.

Bislang ist Deutschland gut durch die Krise gekommen. Mit nüchternem, unaufgeregtem Krisenmanagement, ohne Panikmache, ohne auch nur einen Hauch von Kontrollverlust. Vernunft und Entscheidungsstärke braucht es jetzt auch beim Einstieg in den Ausstieg.

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