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US-Präsident

Donald Trump ein russischer Agent? Absurde Vermutungen!

Washington

Donald Trump ein russischer Agent? Oder zumindest vom Kreml gesteuert? Warum diese derzeit in den USA florierenden Vermutungen, die den Präsidenten ins 007-Milieu verfrachten, absurd sind.

Friedemann Diederichs

 Wladimir Putin und Donald Trump sprechen miteinander beim G20-Gipfel 2017 in Hamburg. Foto: dpa

Für jene, die es wollen, fällt es in diesen Tagen leicht, Donald Trump zu hassen. Er lügt nahezu täglich ohne jede Scham. Er beschimpft am liebsten über Twitter andere mit einer Leichtigkeit, mit der man sich sonst die Hände wäscht. Und nun die Vorwürfe und Vermutungen, die sich Amerikas Demokraten schnell zu eigen gemacht haben: Der US-Präsident muss, so die Schlussfolgerung, ein russischer Agent oder zumindest vom Kreml erpressbar sein.

Warum würde er sonst angeblich alles daran­setzen, die Notizen über seine Acht-Augen-Gespräche mit Wladimir Putin – nur zwei Übersetzer waren anwesend – verschwinden zu lassen, sagen seine Kritiker. Und warum ist der russische Präsident eine der wenigen Persönlich­keiten, die von Trumps ­Beleidigungen in den letzten zwei Jahren verschont worden ist?

Gemach. Die Agenten-Version ist so kühn wie absurd – zumal noch jeder schlüssige Beweis dafür fehlt. Und die FBI-Ermittlungen? Sie kamen von einer Behörde, die von Anti-Trump-Aktivisten durchsetzt war. Aber ­warum mag dann Trump Putin so sehr? Auch dafür gibt es eine Erklärung außerhalb schlagzeilenträchtiger 007-Szenarios. Donald Trump liebte schon immer Macht-Menschen, die im Umgang mit ihren Gegnern rücksichtslos sind. Das aber muss noch lange nicht heißen, dass ihn der Kreml unter Vertrag hat.

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