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Kommentar

Donald Trumps Umgang mit Corona: Völlig respektlos

US-Präsident Donald Trump hat seine Rückkehr aus dem Krankenhaus ins Weiße Haus als Demonstration der Stärke inszeniert. Nach seinem dreitägigen Klinik-Aufenthalt rief der Corona-Patient die Amerikaner am Montag in einer Videobotschaft ungeachtet der mehr als 210 000 Toten seit Beginn der Pandemie in den USA dazu auf, ihr Leben nicht von dem Virus dominieren zu lassen. Ein Kommentar.

Claudia Kramer-Santel

Präsident Donald Trump streckt den Daumen nach oben bei seiner Rückkehr ins Weiße Haus. Foto: dpa

Das ehrwürdige Weiße Haus wird erneut zur Kulisse von bizarren Szenen. Der Präsident, gerade erst mit Sauerstoffmangel im Krankenhaus gelandet, kehrt – offenbar nicht auskuriert – zurück. Viele Mitarbeiter in seinem „maskenlosen“ Stab sind erkrankt. Doch Trump twittert munter „Habt keine Angst vor Covid“: Angesichts von über 210 000 Toten eine Respektlosigkeit, die sprachlos macht.

Höhepunkt: Trump zieht sich bei der Rückkehr auf der Terrasse in hollywoodreifer Manier die Maske vom Gesicht. Er versucht, sein völliges Versagen in einen Heldenmythos umzudrehen. Dass er damit ein falsches Vorbild für seine Anhänger abgibt, von denen nur wenigen eine Behandlung wie ihm zusteht, zeigt seine Skrupellosigkeit.

Er geht aufs Ganze. Denn er will für ein juristisches Tauziehen – wegen des von ihm schon jetzt vorausgesagten Wahlbetrugs – in Windeseile die konservative Amy Barrett im Supreme Court installieren. Trotz der Erkrankung dafür wichtiger Senatoren. Trump setzt alle Ebenen der politischen Gewalt unter Druck. Auch Ärzte macht er zu seinen Werkzeugen. Um die Tragödie im und um das Weiße Haus in ein „Happy End“ zu drehen, überschreitet er immer neue moralische Schmerzgrenzen.

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