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Lufthansa droht mit Entlassungen

Doppelte Krise

Nach einem erneut milliardenschweren Quartalsverlust hat die Lufthansa ihrem Personal erstmals mit betriebsbedingten Kündigungen gedroht. Ein taktisches Manöver? Eine Folge von Corona? Nicht nur. Ein Kommentar.

Jürgen Stilling

Die Corona-Krise hat auch die Lufthansa hart getroffen. Foto: Andreas Arnold

Die Airlines rund um den Globus stecken in einer existenz­­bedrohenden Misere. Nicht nurder Geschäftseinbruch durch die aktuelle Corona-Pandemie hat ver­heerende Auswirkungen, auch der massive Gegenwind des wachsenden Umweltbewusstseins verdüstert die langfristige Perspektive der Branche.

Die Ankündigung des Lufthansa-Chefs Carsten Spohr, im Jahr 2024 wieder an alte Erfolge anknüpfen zu können, erscheint da wie das Pfeifen im Walde. Spohr müsste wissen, dass die Pandemie ein Umdenken der Menschen in Gang gesetzt oder in manchen Fällen beschleunigt hat. Urlaub im eigenen Land, weniger Dienstreisen – diese Trends werden die Kranich-Airline wie alle ­anderen Fluggesellschaften dauerhaft belasten.

Die Androhung betriebsbedingter Kündigungen ist zwar auch ein taktisches Manöver zur Verunsicherung der Gewerkschaften in den Krisen-Verhandlungen. Doch der globale Luftverkehr steht tatsächlich vor einer Zäsur. Kündigungen sind deshalb wohl unvermeidlich. Hinzu kommt, dass die Lufthansa im harten Kampf mit den Wettbewerbern aus dem Nahen und Fernen Osten schon seit Jahren ins Hintertreffen geraten war.

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