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Kommentar

Ein irritierender Aschermittwoch: Herrschaftszeiten

Der Aschermittwoch 2021 ist in der Geschichte bisher ohne Beispiel: kein Bierdunst, kein Fischsemmel-Geruch, dafür Online-Reden live ins Wohnzimmer. Alles dreht sich um Corona. 

Norbert Tiemann

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält beim Politischen Aschermittwoch der Partei einen Maßkrug. Foto: Peter Kneffel/dpa

Herrschaftszeiten, sind das Zeiten: Seit Jahren schon wirkt der bierzeltgeschwängerte Politische Aschermittwoch als Hort politischer Meinungsbildung und Fingerhakelei wie aus der Zeit gefallen; Corona gibt nun auch dem verbliebenen Rest den Rest – launige Stammtisch-Reden vor Pappkameraden. Irritierend.

Söder gibt in blau-weiß getränkten Heimatgefilden den souveränen Corona-Erklärbären, Olaf Scholz den stichelnden Kanzlerkandidaten. Und Armin Laschet gibt Rätsel auf, setzt sich plötzlich vom Kanzlerinnen-Kurs ab, kritisiert das Erfinden neuer Inzidenzwerte und die Bevormundung der Menschen durch das Corona-Krisenmanagement, dessen überzeugtester Verfechter er in den vergangenen Monaten stets war. Lassen da etwa die anstehenden Landtagswahlen grüßen, ein erster Gradmesser für den neuen CDU-Bundesvorsitzenden? Irritierend.

Irritierend auch das nach wie vor vielstimmige Virologen-Konzert. Von Entwarnung bei 35 über „No Covid“ bis hin zum Alarm wegen drohender dritter Welle hat die Wissenschaft alles im Angebot. Und zum Lockdown gesellt sich nun auch noch die Fastenzeit. Das wiederum ist nicht irritierend – basst scho!

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