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Kommentar zur Ministerpräsidentenrunde

Ein Satz mit X . . .

Auf erhebliche Kontaktbeschränkungen haben sich Bund und Länder angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen verständigt, aber Bundeskanzlerin Angela Merkel war mit den Ergebnissen der Ministerpräsidentenkonferenz unzufrieden. WN-Redakteur Elmar Ries geht es ähnlich: Ein Kommentar. 

Elmar Ries

Auf erhebliche Kontaktbeschränkungen haben sich Bund und Länder angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen verständigt. Foto: dpa

Acht Stunden Debatte, keine Einigung in der wichtigen Beherbergungsfrage, eine unzufriedene Kanzlerin und Beschlüsse, die keine Eindämmung der Corona-Pandemie garantieren. Nein, die Ministerpräsidentenrunde bei Angela Merkel war gemessen an den Erwartungen kein Erfolg, sondern vielmehr Beleg für Kleinstaaterei und eine gehörige Portion Kleinmut . . . das war wohl nix.

Der kleinste gemeinsame Nenner

Mehr Maske, weniger Kontakte: Nur mit Mühe konnten sich die Teilnehmer am Mittwoch überhaupt auf Maßnahmen einigen, es war der kleinste gemeinsame Nenner. Damit steht das Ergebnis nicht nur in krassem Widerspruch zu den markig-warnenden Worten im Vorfeld. Es beißt sich auch gehörig mit der Wirklichkeit. Eine Ausweitung der Maskenpflicht, die Sperrstunden­regelung und Kontaktbeschränkungen ab einem Inzidenzwert von 35 sind sicher sinnvoll, kommen aber zu spät. Den inzwischen rasenden Pandemie-Zug hält damit vermutlich niemand mehr auf.

Gericht nimmt Entscheidung vorweg

Pikant am Rand: Die Länderchefs hatten sich in der strittigen Beherbergungsfrage auf November vertagt. Die Antwort kommt nun doch schneller per Gerichts­entscheid und damit durch die Hintertür. Die ersten Gerichte haben das Übernachtungsverbot gestern gekippt. Die Urteile dürften Schule machen.

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