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Kommentar zum Starkregen

Eine irritierende und verstörende Naturkatastrophe

Münster

Ganze Landstriche sind verwüstet, Häuser weggespült: Nach Unwettern im Westen Deutschlands sind mindestens 58 Menschen gestorben. Und das nicht etwa in einem entfernten Winkel dieses Planeten, sondern bei uns. Irritierend. Verstörend. Entsetzlich. Ein Kommentar. 

Von Norbert Tiemann

Die Menschen schauen auf die Verwüstungen, die das Hochwasser der Ahr in dem rheinland-pfälzischen Eifel-Ort Schuld angerichtet hat. Mindestens sechs Gebäude stürzten ein. Foto: Christoph Reichwein/TNN/dpa

Bestürzung. Fassungslosigkeit. Trauer. Und dieses erschütternde Nicht-wahrhaben-Wollen mit Blick auf die Bilder dieser Natur­katastrophe: Zerstörerische Wasser­massen stürzen ganze Landstriche in die Tragödie, bringen Tod und hinterlassen Verwüstung. Nicht etwa in einem unterentwickelten entfernten Winkel dieses Planeten, sondern in einem seiner höchstentwickelten Indus­trieländer. Bei uns. Irritierend. Verstörend. Entsetzlich.

Ja, der Klimawandel. Während in Brüssel und in Wahlprogrammen wuchtige Maßnahmenpakete geschnürt werden, geht in Teilen Westdeutschlands im Starkregen die Welt unter. Mit schonungsloser Dramatik zeigt sich, um was es jetzt in allererster Linie gehen muss:  um zeitnahe Präventionsmaßnahmen, um Deiche und was auch immer.

Tatenloses Warten ist verheerend

Es geht um den Schutz der Bevölkerung. Ein tatenloses Warten auf die Wirkung politischer Klimaschutz-Beschlüsse ist verheerend.

Ja, es ist Wahlkampf. Und doch wohltuende Besonnenheit bei allen Spitzenpolitikern in der Zeit dieser Katastrophe. Keine mediale Selbstinszenierung mit Gummistiefeln und Kamera-Tross. Stattdessen Gesten des Trostes, der Anteilnahme und Hilfestellung. Gut so.

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