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Kommentar

Ende der Corona-Maßnahmen gefordert: Bitte ein Ziel!

Muss sich Deutschland jetzt auf einen weiteren Herbst unter Coronabedingungen einstellen? Oder nicht? Das Thema Herdenimmunität jedenfalls ist längst vom Tisch – und dennoch forderte Ärztechef Gassen sämtliche Restriktionen am 30. Oktober fallen zu lassen. Ein Kommentar.

Von Ulrich Schaper

Ein roter Pfeil auf einem Kalender und die Worte "Ende Lockdown" markieren die verbleibende Zeit bis zum Ende bestimmter Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie am 14. Februar 2021. Immer noch wird diskutiert, wann weitere Maßnahmen zurückgenommen werden können. Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Daniel Karmann

Wenn man eines gelernt hat in dieser Pandemie, ist es: Das Virus ist uns meist einen Schritt voraus. Und manchmal gibt es uns wirkliche Rätsel auf. Trotz stagnierender Impfquote sinkt die landesweite Inzidenz. Und das, obwohl wir doch geradewegs in den Herbst hinübergleiten – eben jene Jahreszeit, von der man immer annahm, dass sie von einer vierten Welle der Epidemie überspült werden würde? Es verdeutlicht einmal mehr: Wir haben das Virus immer noch nicht verstanden.

Auch Andreas Gassen wird nicht so vermessen sein zu glauben, die Pandemie wäre besiegt. Seine Forderung nach einem Freedom Day, einem Tag der Freiheit, für den 30. Oktober ist vor diesem Hintergrund gleichsam populistisch wie unverantwortlich.

Richtig ist allerdings auch: Die Politik wird bald eine Strategie vorlegen müssen, wie sie künftig gedenkt mit dem Virus umzugehen. Man wird es nicht mehr aus der Welt bekommen – insofern braucht es Maßnahmen mit Augenmaß und Weitsicht, und ein Ziel, von dem die Gesellschaft weiß: Ist dieses erreicht, kann die Normalität zurückkehren. Wie wäre es mit einer Impfquote?

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