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Kommentar

Entschädigung für VW-Kunden: Ein steiniger Weg

Volkswagen muss für seine Abgas-Trickserei geradestehen und klagenden Autofahrern den Schaden ersetzen. Im Dieselskandal gibt der Bundesgerichtshof damit die Marschroute für viele Tausend noch ausstehende Urteile vor.

Andreas Fier

Herbert Gilbert, Kläger gegen den Autobauer VW im Dieselskandal, steht vor dem Bundesgerichtshof (BGH). Foto: Uli Deck/dpa

Knapp fünf Jahre lang hat Volkswagen seine Kunden hingehalten, Probleme kleingeredet und sich aus der Verantwortung gezogen. Jetzt kommt das dicke Ende in Karlsruhe. Das Urteil des Bundesgerichtshofs wird für VW richtig teuer. Und das vollkommen zu Recht.

Die Chefetage in Wolfsburg hat jede Chance genutzt, um zu zeigen, dass man zumindest bei VW keine Lehren aus dem Dieselbetrug gezogen hat. Während der Konzern in den USA notgedrungen Milliarden an die geprellte Kundschaft ausschüttete, sträubte sich VW hierzulande – mit Erfolg, wie das Hickhack bei der Musterfeststellungsklage gezeigt hat. Nachdem VW das Verfahren platzen ließ, wurde den Kunden flugs Geld angeboten – zu Bedingungen, die Wolfsburg diktiert.

Die Entscheidung des BGH setzt diesem Treiben nun ein Ende. Die Kunden können ihr Auto zurückgeben. Dass dabei die gefahrenen Kilometer angerechnet werden, ist nur recht und billig. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass die Musterfeststellungsklage allein nicht reicht, um Verbraucher wirksam zu schützen. Ohne die Möglichkeit einer echten Sammelklage bleibt der Weg zu einer Entschädigung in Deutschland steinig.

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