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Kommentar: Impfung für Menschen über 60 Jahre

Es zählt jeder Tag

Das Hin und Her um den Impfstoff Astrazeneca sorgt zur ­Unzeit für Verunsicherung. Doch bei Licht betrachtet ist es ein Zeichen von Verantwortung, dass die Politik den Empfehlungen der Wissenschaft gefolgt ist und einen Impfstopp bei unter 60-Jährigen verfügt hat. Mögliche Risikogruppen – vor allem junge Frauen – sind geschützt, bis man mehr über die Thrombose-Vorfälle weiß.

Claudia Kramer-Santel

Auf einem Tisch in einer Hausarztpraxis stehen Ampullen mit dem Covid-19 Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakonzerns Astrazeneca. Foto: Nicolas Armer, dpa

Das Dilemma: Es darf gerade jetzt nicht zum Stillstand beim Impfen kommen. Das große Ziel ist es ja, angesichts der dritten Welle alle Menschen rasch von der gefährlichen und oft tödlichen Corona-Infektion zu schützen. Deshalb ist es konsequent, wenn NRW-Gesundheitsminister Laumann jetzt über 60-Jährigen spontan die Chance eröffnet, sich für die Impfung zu melden.

NRW liegt beim Impfen hinten – und am Samstag werden fast 400.000 Dosen Astrazeneca kommen. Sie mitten in der wohl größten Krise der Nachkriegszeit einfach nur einzulagern und zu warten, wäre schlichtweg fahrlässig. Zudem Erfahrungen aus Großbritannien zeigen, dass es bei Älteren kaum zu den zu Recht gefürchteten Nebenwirkungen kommt. Das Impfen muss dringend flexibler und schneller werden – jeder Tag zählt.

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