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Kommentar

Flughafen BER nimmt Betrieb auf: Kein Grund zum Feiern

Am Wochenende landen die ersten Flugzeuge am BER. Doch der langersehnte Start des neuen Hauptstadtflughafens lässt nur kurz die aktuellen Probleme vergessen.

Dorle Neumann

Die Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER ist für den 31.10.2020 geplant. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

Kaum zu glauben: Der neue Airport in Berlin startet endlich durch. Nach 14 Jahren Bauzeit und fast neun Jahre nach dem ursprünglich geplanten Termin. Eine große Feier gibt es nicht – das wäre auch ohne Corona-Pandemie nicht angebracht. Denn die Pleiten, Pannen, Peinlichkeiten und Planungsfehler sind legendär. Die Marke „Made in Germany“ war nicht zuletzt deshalb international einigem Spott ausgesetzt. Die Deutschen haben zurzeit kein gutes Händchen für Großprojekte.

Mehr als sechs Milliarden Euro hat der BER gekostet – angesetzt waren anfangs etwa zwei Milliarden. Und da klar ist, dass so einiges, was da in Schönefeld auf die Wiese gebaut wurde, schon wieder zu klein oder renovierungsbedürftig ist, wird der Flughafen „Willy Brandt“ den Steuerzahler auf Jahre erkleckliche Summen kosten.

Die Corona-Krise vertieft die Finanzlöcher bei der Flughafengesellschaft Berlins, Brandenburgs und des Bundes (FBB) als Betreiber. Der Bund wird dem „Vorzeigeprojekt“ also noch lange und in erheblichem Umfang zuschießen müssen. Auch das ist nicht ohne Risiko: Die EU-Wettbewerbshüter werden mit Argusaugen nach Berlin schauen. Da droht neues Ungemach.

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