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Kommentar zur Olympia-Eröffnung

Xi und Putin: Gefährliche Freunde

Münster

Es wundert nicht, dass Chinas Staatschef Xi in einem Moment, wo die Welt friedlich im Namen des Sport versammelt sein wollte, dem größten Risikofaktor der Weltpolitik – Wladimir Putin – den roten Teppich ausrollt. Eine selbstbewusste Pose gegen die Demokratie. Ihr Schulterschluss in der Ukraine-Frage ist eine Provokation ersten Ranges.

Von Claudia Kramer-Santel

Dieses von den chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zur Verfügung gestellte Foto zeigt Wladimir Putin (l), Präsident von Russland, und Xi Jinping, Präsident von China, während ihrer Gespräche im Diaoyutai State Guesthouse. Foto: dpa Foto: Li Tao

Es war 2008, als China bei der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele dem Westen zeigen wollte: Wir gehören dazu. Peking signalisiert 2022 zur Eröffnung der Winterspiele das Gegenteil: eine neue Eiszeit. Es schert sich keinen Deut mehr um sein Image in Washington.

Denn China sieht sich längst als das überlegenere Gesellschaft-Modell an. Den nur lose zusammengehaltenen De-facto-Boykott der Eröffnung durch Politiker des Westens schluckt es scheinbar ungerührt. Man hat größere Ziele.

Autokratentreff

So wundert es nicht, dass Staatschef Xi in einem Moment, wo die Welt friedlich im Namen des Sport versammelt sein wollte, dem größten Risikofaktor der Weltpolitik – Putin – den roten Teppich ausrollt. Eine selbstbewusste Pose gegen die Demokratie. Ihr Schulterschluss in der Ukraine-Frage ist eine Provokation ersten Ranges.

Putin, nur Juniorpartner dieser strategischen Freundschaft, kann sein Glück kaum fassen und bedankt sich brav mit Gaslieferungen. Wer noch einen Beleg gesucht hat, wie geteilt die Welt 2022 ist, muss auf dieses Autokratentreff schauen. China gibt im Namen des Sports den Anspruch kund, unter seinem Dach die Welt in Krisenzeiten zu einen. Warum fühlt es sich an wie eine Drohung?

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