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Kommentar

Ampel-Pläne zur Cannabis-Legalisierung: Gefährliches Signal

Erwachsene sollen in Deutschland künftig Cannabis kaufen, besitzen und konsumieren dürfen. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch Eckpunkte für die Legalisierung beschlossen. Ein Kommentar.

Von Martin Ellerich

Eine Mensch dreht sich einen Joint: Das Bundeskabinett hat am Mittwoch Eckpunkte für eine Legalisierung von Cannabis beschlossen. Foto: Fabian Sommer/dpa

Jeder Vierte der 18- bis 25-Jährigen hierzulande hat im vergangenen Jahr Cannabis konsumiert – Tendenz steigend. Kein Verbot hat sie davon abgehalten. Da könnte man fragen, wie sinnvoll ein Gesetz ist, das nicht beachtet wird, aber Polizei und Staatsanwaltschaften viel Arbeit beschert. Die wichtige Frage ist aber eine andere: Welches Signal geht von einer Legalisierung aus?

Ein gefährliches, weil es Harmlosigkeit suggeriert – doch harmlos sind Haschisch & Co. nicht. Langfristiger Konsum ist mit seelischen, sozialen und körperlichen Risiken verbunden. Jugendliche Cannabis-Konsumenten leiden mehr als dreimal so häufig an ­Psychosen wie Abstinente, warnen Psychiater. Und sie ­leiden lange. ­Gerade was den Jugendschutz angeht, sind die bisherigen Gesetzespläne aber sträflich leichtsinnig. Wer will Jugendliche vom berauschenden Rauch fern­halten, wenn jeder Erwachsene legal drei Hanfpflanzen daheim ziehen darf?

Ein frommer Wunsch dürfte es auch bleiben, durch die Entkriminalisierung des Cannabis-Besitzes kriminelle Cliquen einzudämmen. Der Blick in die Niederlande macht da wenig Hoffnung – im Gegenteil. Klar ist: Die Ampel wird ihren Gesetzentwurf zumindest noch heftig überarbeiten müssen. Am besten streicht sie ihn ganz. Ein klares Nein der EU zu den Plänen wäre hilfreich.

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