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Debatte über ein Ende aller Corona-Regeln

Gemeinsam statt einsam

Angesichts der sich weiter entspannenden Corona-Lage mehren sich die Forderungen für einen Wegfall aller Corona-Maßnahmen. Bund und Länder sollten bald gemeinsam das Ende der letzten Maßnahmen einläuten – und neue Alleingänge und Flickenteppiche vermeiden. Ein Kommentar.

Von Stefan Biestmann

Die Forderungen, alle Corona-Maßnahmen abzuschaffen, nehmen zu. Foto: IMAGO/Rolf Poss

Es ist ein Meilenstein in der jetzt dreijährigen Corona-Schleife: Mitte nächster Woche fällt zu Recht die Maskenpflicht auch im ­Nah- und Fernverkehr. Wenn sich die Vorzeichen nicht wider Erwarten verschlechtern, sollten Bund und Länder bald das Ende der letzten Corona-Maßnahmen einläuten. Und zwar gemeinsam – und bitte nicht wieder mit einsamen Alleingängen wie jetzt in Bayern und damit neuen Flickenteppichen!

Davon hatten wir wahrlich genug – sogar im Januar noch bei Maskenpflicht im ÖPNV und Isolationspflicht. Aber selbst Kritiker der Lockerungen können nicht übersehen, dass sich die Corona-Lage allerorts entspannt – auch auf den Intensivstationen. Die von Minister Lauterbach für möglich gehaltene „Killervariante“ ist gar nicht erst eingetroffen – ebenso wenig wie eine Winterwelle.

Die Corona-Politik orientierte sich sinnvollerweise oft am Rat der Wissenschaft. Viele Experten rechnen mit einem Übergang der Pandemie zur Endemie spätestens nach dem Winter. Auch deswegen sind Grundrechts­einschränkungen wie eine staatlich verordnete Maskenpflicht dann nicht mehr vertretbar. Umso wichtiger wird es sein, auf Eigenverantwortung zu setzen und weiter Rücksicht zu nehmen – gerade auf gefährdete Menschen.

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