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Kommentar

Große Kraftanstrengung im Kampf gegen sexuelle Gewalt

Genau zehn Jahre sind vergangen, seit der sogenannte Missbrauchsskandal ins Rollen kam. Er hat nicht nur die Katholische Kirche erschüttert, sondern das ganze Land. Betroffene und Experten finden allerdings, es habe sich seitdem zu wenig getan.

Johannes Loy

Vor zehn Jahren, am 28.1.2010, werden Informationen öffentlich, dass am katholischen Elitegymnasium Canisius-Kolleg in Berlin zwischen 1975 und 1982 mindestens 22 Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht worden sein sollen. Foto: Harald Tittel/dpa

Das Unsägliche sagen, das Unvorstellbare zur Sprache bringen: Zehn Jahre nach den ersten Enthüllungen am von Jesuiten geleiteten Canisius-Kolleg in Berlin ist das Dunkelfeld „Sexuelle Gewalt“ zwar in einigen Winkeln ausgeleuchtet. Auch wächst angesichts von Studien, wissenschaftlichen Expertisen und Präventionsmaßnahmen das allgemeine Problembewusstsein. Aber es wird, wie der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, am Dienstag klar feststellte, noch deutlich größere gesamtgesellschaftliche Anstrengungen im Kampf gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen geben müssen. Und zwar deshalb, weil sexuelle Gewalt in all ihren widerwärtigen Ausprägungen ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, von dem sich keine Institution, keine Gruppe und keine Generation freisprechen kann.

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