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Kommentar

Habeck beschert Häuslebauern schlaflose Nächte

Die Kritik an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wegen des überraschenden Förderstopps für energieeffiziente Gebäude reißt nicht ab. Der Grüne könnte damit den Traum vom Eigenheim für viele Familien zerstören, meint unser Kommentator.

Von Martin Ellerich

Maurer arbeiten am Rohbau von Reihenhäusern in einer Neubausiedlung. An Robert Habeck Förderstopp für energieeffiziente Neubauten wächst die Kritik. Foto: Foto: dpa

Als hätten Häuslebauer nicht ohnehin genug schlaflose Nächte; die schiere Masse der Schulden erzeugt Alpdruck. Und dann kippt ­Klimaminister Habeck mal eben ein KfW-Programm, das viele Baufamilien einkalkuliert hatten. Der Rotstift dürfte nun über manchem Bauplan kreisen und im schlechtesten Fall gerade dort zuschlagen, wo es um Klimaschutz und moderne Heiztechnik geht. ­Dabei ist Wohnen – neben dem Verkehr – der Bereich mit dem größten Nachholbedarf in puncto Klima.

Das Klimaministerium spricht von einer „Fehl­steuerung“ durch die KfW-Mittel. Ja, Förderprogramme verlieren ihren Sinn, wenn Standard wird, was mit ihnen gefördert werden soll. Dann müssen sie angepasst werden. Aber nicht über Nacht: Planungssicherheit ist kostbar – ohne sie wird das Bauen für viele unkalkulierbar.

Der Handstreich, mit dem Habeck die Eigenheimträume von Tausenden Küchentischen wischt, wirft auch ein Schlaglicht darauf, wie sehr die Berliner Politik, ins­besondere in ihrer grünen Ausprägung, inzwischen vom großstädtischen Leben geprägt ist. Wer nur in ­Etagenwohnungen denkt, Eigenheime grundsätzlich ­kritisch sieht und wem beim Thema Verkehr nur Bus, Bahn und Rad einfallen, war lange nicht auf dem Land.

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