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Gefängnis-Räumung in Münster

Hausgemachtes Trauerspiel

Die Schließung des Gefängnisses an der Gartenstraße dokumentiert ein peinliches Versagen des Landes. Ein Kommentar.

Dirk Anger

Münsters Gefängnis ist ein Denkmal, doch für den Strafvollzug ist das Gebäude nicht mehr geeignet. Die JVA Münster muss ausziehen. Foto: Matthias Ahlke

Denn dass das mehr als 160 Jahre alte Gebäude nicht mehr als Gefängnis taugt, ist lange bekannt. Die jetzige Spontan-Räumung des baufälligen Komplexes erscheint wie das vorläufige Ende einer Serie von Pleiten, Pech und Pannen.

Als im Jahr 2012 die Entscheidung gefallen war, die unter Denkmalschutz stehende Justizvollzugs­anstalt nicht mehr zu sanieren und stattdessen einen neuen Standort in der Stadt zu suchen, zeigten sich alle Beteiligten noch zuversichtlich. Die Stadtplaner warfen den Blick auf ein mögliches neues Innenstadtquartier, der Strafvollzug setzte auf eine hochmoderne Haftanstalt am Justizstandort Münster.

Spätestens als der von fast allen akzeptierte Standort Handorf am Widerstand der Bundeswehr scheiterte, stand die Suche unter einem schlechten Stern. Jetzt liegen Landesbaubetrieb und Justizministerium über Kreuz. Ein hausgemachtes Trauerspiel!

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