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Kommentar

Hofreiter und das Eigenheim: Auf der Zinne

Bekanntlich wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht worden ist. Auch darf es niemanden wirklich wundern, dass eine grüne Städtebau- und Verkehrspolitik völlig andere Akzente setzt, als dies vom sogenannten bürgerlichen Parteienspek­trum erwartet wird.

Norbert Tiemann

Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Foto: Kay Nietfeld

Insoweit passt auch der Hofreiter-Vorstoß, wuchtig an den Fundamenten des weit verbreiteten Traums vom Eigenheim zu rütteln, in die Grünen-Programmatik; Hofreiter selbst malt prächtig weiter am Bild der viel gescholtenen Verbotspartei.

Populismus, Scheinheiligkeit, gestörtes Verhältnis zum Eigentum, Enteignungsfantasien – Hofreiter bringt CDU, SPD, FDP und Bauwirtschaft auf die Zinne. Zu Recht: Denn eine pauschale Eigenheim-Diskriminierung verkennt die Tatsache, dass gerade hier mit sehr viel Geld energieeffizient und klimafreundlich gebaut wird.

Natürlich will der Grünen-Fraktionschef das Eigenheim als Wohnform nicht per se verbieten; im Interview applaudiert er einem grünen Bezirksamtsleiter in Hamburg-Nord zu dessen Bauplanung. Hofreiters Zwischenruf aber ist für die politischen Gegner als Steilvorlage verwertbar und dürfte die pandemiebedingt nur leise laufenden Landtagswahlkämpfe im Südwesten befeuern.

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