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Donald Trump und das Corona-Hilfspaket

Im Clinch mit den Republikanern

Große Dramen, plötzliche Kehrtwenden und bizarre Störmanöver kennzeichnen Trumps letzte Tage im Amt. Dabei interessiert ihn „richtige“ Politik schon lange nicht mehr.

Claudia Kramer-Santel

Donald Trump, Präsident der USA dpa-Bildfunk Foto: Evan Vucci

Große Dramen, plötzliche Kehrtwenden und bizarre Störmanöver kennzeichnen Trumps letzte Tage im Amt. Dabei interessiert ihn „richtige“ Politik schon lange nicht mehr. Jüngstes Beispiel: das Hin und Her ums neue Corona-Konjunkturpaket. Da hatte sich der Kongress nach monatelangem Tauziehen, bei dem Trump eher neben der Seitenlinie stand, auf eine Lösung geeinigt, die not­leidenden US-Bürgern endlich Hilfe beschert. Und Trump?

Er droht plötzlich mit einem Veto. Damit hat er einmal mehr seine Partei, die Republikaner, überrumpelt und verstört. Und dann seine wirren Argumente: Der Präsident beklagt einerseits die „Verschwendung“ im Haushalt, fordert andererseits – als Zuckerbrot – höhere Einmalzahlungen für Bürger.

Wie scheinheilig. Denn letztlich lässt Trump kleine Leute gerade im Regen stehen.Seine Verzögerung beschert Arbeitslosen jetzt schon geringere Hilfen.

Nun erneut die Wende: das Einlenken Trumps in letzter Sekunde. Vielleicht dämmerte ihm, dass ein „Shutdown“, ein Stillstand der Regierung, am Ende seiner Amtszeit einfach zu chaotisch aussieht.

Und die Republikaner? Sie müssen kurz vor den Senats-Stichwahlen in Georgia gute Miene zum bösen Spiel machen. Dort hat Trump nach wie vor viel Rückhalt. So zieht er weiter munter die Strippen – Comeback nicht ausgeschlossen.

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