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Kommentar

Proteste im Iran: Die Wut der Frauen

In der Vergangenheit wurden regierungsfeindliche Unruhen im Iran stets niedergeknüppelt. Wird das noch funktionieren? Denn besonders die Iranerinnen wollen echte Reformen. Ihr Protest hat gerade erst begonnen.

Auf diesem Bild fliehen Frauen vor der Polizei während eines Protestes in Teheran gegen den Tod einer jungen Frau, die wegen Verstoßes gegen die konservative Kleiderordnung des Landes festgenommen worden war. Foto: Uncredited/AP/dpa

Vielleicht ist es vorschnell, den Tod der Iranerin Mahsa Amini, der offenkundig auf das Konto der Sittenpolizei geht, mit der Selbstverbrennung des tunesischen Gemüsehändlers Muhammad Bouazizi 2010 zu vergleichen oder mit dem Fall des brutal von der Polizei umgebrachten Afroamerikaners George Floyd 2020. Doch es gibt Gemeinsamkeiten: Alle drei wurden Opfer von Unrechtsstrukturen, die durch ihren Tod plötzlich in Bedrängnis geraten. Videos, Bilder und Nachrichten verbreiten sich in den sozialen Medien in Windeseile. Und so steigert sich die öffentliche Wut ins Unermessliche, wenn Behörden trotzdem Fakten lange verfälschen oder unterdrücken. So werden diese Figuren zu Ikonen einer Gegenbewegung, gespeist aus Aufbegehren und Aufruhr, die sich lange angestaut haben und nun das Potenzial entfalten, ganze Regierungen zu Fall zu bringen – Stichwort Arabischer Frühling.

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