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Kommentar zu schärferen Corona-Maßnahmen

Ist die Eierei vorbei?

Münster

Die Corona-Zahlen explodieren, Bund und Ländern wollen die Abwehrmaßnahmen nachschärfen. Sollten sie diesmal konsequent sein, könnte es klappen, die Infektionszahlen zu senken. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst versucht sich im Land als Macher zu präsentieren. Aus gutem Grund. Ein Kommentar

Von Elmar Ries

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst spricht in Düsseldorf. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild

Herumeiern war bisher im Kampf gegen Corona ein beliebtes, aber leider kein probates Mittel. Das haben uns die vergangenen anderthalb Jahre gezeigt. Jetzt, da die Infektionszahlen erneut explodieren und ­Intensivpatienten auf der Suche nach noch freien Behandlungsplätzen quer durch die Republik transportiert werden, ziehen die ­politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern wieder die Zügel an.

Mehr 2G hier, weniger Freiheiten für Ungeimpfte da, dazu in NRW Maskenpflicht im Unterricht, das Aus für proppenvolle Stadien, Zwangspausen für Clubs und Diskotheken – und mutmaßlich aufgesattelt bald auch die Impfpflicht für alle, weil die Pandemie ohne sie nicht mehr einzuhegen ist. All das ist richtig, all das ist wichtig. Dass solche Beschlüsse aber nur dann wirklich Wirkung entfalten können, wenn sich alle daran halten, ist eine Binse. Trotzdem war es vielen Länderchefs lange egal.

Eine interessante Stimme im Chor aus Kanzleramt, ­Ampelianern und Ministerpräsidenten ist Hendrik Wüst. Als MPK-Vorsitzender macht sich der noch neue Ministerpräsident über die NRW-Grenzen hinaus bekannt. Durch klare Corona-Ansagen versucht er sich im Land als Macher zu präsentieren. Der CDU-Mann kann Rückenwind gut gebrauchen: Schließlich sind im Mai Landtagswahlen.

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