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Kommentar

Das Gesicht der Pandemie: Jaja, der Lauterbach...

Kurz vor der Bekanntgabe der SPD-Ministerriege am Montag mehren sich die Anzeichen für ein überraschendes Comeback. Nachdem die Aussichten von Karl Lauterbach auf die Nachfolge von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gesunken sind, ist die frühere SPD-Chefin und Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles als Kandidatin im Gespräch. Klingbeil hatte das Gerücht im ZDF nicht dementiert. Ein Kommentar.

Von Norbert Tiemann

Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD Foto: Kay Nietfeld/dpa

Unbestrittener Talkshow-Tausendsassa, gefühlt allgegenwärtig, wenn es um Corona geht. Ein Mediziner und Experte in Sachen Epidemiologie, der weltweit alle Studien zum Thema nicht nur zu kennen scheint, sondern auch einzuordnen versteht. Profiliert und hochkompetent, längst so etwas wie das Gesicht der Pandemie. Eigentlich der geborene Krisenmanager im Ministeramt; der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Eigentlich. Weil Olaf Scholz sich partout nicht in seine Minister-Karten gucken lässt, schießen Personalspekulationen über die Besetzung des jetzt so bedeutenden Gesundheitsressorts ins Kraut. Sollte Scholz tatsächlich eine Krisenmanagerin suchen, wäre Lauterbach, weil Mann, aus dem Rennen. Der Kölner gilt in der SPD aber auch als wenig beliebt, eigensinnig, unpragmatisch und kaum teamfähig, zu akademisch. Von der Fliege, seinem jahrelangen Accessoire, hat er sich getrennt, geblieben aber ist ein Eindruck kontinuierlicher Besserwisserei.

Holt Scholz also tatsächlich Andrea Nahles zurück auf die Berliner Bühne? Eine spannende Personalie, im Duett mit einem Staatssekretär namens Lauterbach durchaus vorstellbar. Doch Vorsicht – alles nur Spekulation ...

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