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Kommentar

Jetzt zählt’s

Dass die bestehenden Anti-Corona-Maßnahmen nicht ausreichen, um das Virus in die Schranken zu weisen, liegt seit geraumer Zeit nahe. Hätten die Ministerpräsidenten die Vorschläge der Kanzlerin nicht mehrfach weichgespült, müssten wir jetzt womöglich nicht über einen harten Lockdown diskutieren. Ein Kommentar

Elmar Ries

Mit der Maskenpflicht in der Öffentlichkeit ist es nicht mehr getan. Die kommenden Maßnahmen zum Schutz vor dem Corona-Virus werden härter sein. Foto: dpa (Symbolbild)

Machen wir uns nichts vor: Die Corona-Regeln wirken zwar, den erhofften Effekt erzielen sie aber nicht. Die Zahl der Neuinfektionen ist immer noch viel zu hoch – die notwendigen Konsequenzen liegen auf der Hand: Der „Lockdown light“ genügt nicht, jetzt müssen härtere Maßnahmen ergriffen werden.

Ministerpräsidenten laufen hinterher

Und wieder einmal zeigt sich: Kanzlerin Merkel, die im Kampf gegen die Pandemie von Anfang an schärfere ­Regeln sowie härtere Einschnitte forderte – und unaus­gesprochen folgenschwerere Konsequenzen für den Einzelnen einpreiste –, hat Recht behalten. Wieder einmal. Die Ministerpräsidenten, die sich a) nie wirklich einig waren und b) das von der Kanzlerin vorgeschlagene Maßnahmenpaket zweimal weichspülten, laufen der Corona-Entwicklung hinterher und müssen wieder einmal nachlegen.

Droht ein Flickenteppich?

Und noch eines zeigt sich immer deutlicher: Die Zeit des Regel-Gleichschritts nähert sich augenscheinlich dem Ende. In Corona-Hotspots müssen andere Schutzmaßnahmen her als in jenen Regionen, deren Inzidenz unter 50 liegt. Ein Flickenteppich an Maßnahmen – ja, leider. Ihn zu ­akzeptieren, regional unterschiedliche Einschränkungen auszuhalten, verlangt dem Bürger noch einmal viel ab. Offen zu sein scheint vor dieser Gesamtkulisse erneut eine Frage: Können wir uns die ursprünglich verabredeten Locke­rungen zu den Feiertagen wirklich leisten?

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