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Kommentar

Bundesnetzagentur hofft auf Preis-Plateau: Keine Entwarnung für Gas-Verbraucher

Münster

Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, hält es für möglich, dass sich die Gaspreise auf hohem Niveau erst einmal stabilisieren. Als Entwarnung sollten Verbraucher das nicht verstehen, meint unser Kommentator.

Von Martin Ellerich

Eine Gasflamme: Erdgas ist so teuer wie nie zuvor. Foto: Foto: dpa/Patrick Pleul

Panik ist kein guter Ratgeber – so weit hat der Bundesnetzagentur-Chef recht. Doch Leichtsinn ist ebenso wenig angebracht. Leichtsinnig wäre es für Verbraucher, kein Geld für die Energiepreis-Nachzahlung zurückzulegen.

Denn schon jetzt ist das Preisniveau beim Gas im Vergleich zu den Vorjahren dramatisch gestiegen, die Abschläge sind aber oft auf Vor-Krisen-Niveau verblieben. Drastische Nachzahlungen sind programmiert, selbst wenn, wie Klaus Müller hofft, ein „Plateau“ bei den Gaspreisen erreicht ist.

Energiesparen, wo immer es geht

Auf dieser Preis-Hochebene wird die finanzielle Luft für viele Verbraucher dünn: Selbst Gutverdiener trifft es, wenn auf einmal 4500 statt 1500 Euro auf der Heizkostenrechnung stehen. Arme Haushalte aber kann ein solcher Kostensprung in existenzielle Nöte bringen. Dort muss und kann der Staat eingreifen. Alle Bürger dauerhaft zu entlasten, wird er sich aber nicht leisten können.

Keine Panik also, aber Vorsorge. Und das heißt jetzt: Energiesparen, wo immer es geht. Kurz und kühl duschen, im Herbst nicht gleich die Heizung hochdrehen, im Winter zu Pulli und Kuscheldecke greifen statt zum Heizungsthermostat. Was wir heute sparen, haben wir morgen noch im Speicher – und im Geldbeutel.

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