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Kommentar

Regierung legt Höhe der Gas-Umlage fest: Nicht fair, aber nötig

Fair ist das auf den ersten Blick ­sicherlich nicht: Jahrzehntelang wurden in der Energiepolitik massive Fehler gemacht. Für diese Fehl­entscheidungen der Politik zahlen nun die Bürger eine hohe Zeche.

Ein Kommentar von Jürgen Stilling

Gas wird schon wieder teurer. Foto: dpa

Billiges Gas aus Russland galt als sichere Energiequelle, der Import aus alternativen ­Regionen und der Ausbau der Flüssiggas-Infrastruktur wurden nicht forciert. Auch der überhastete Ausstieg aus der Atomkraft war zwar populär, aber nicht durchdacht.

Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen. Gas ist teuer und knapp, die Entscheidung, die gebeutelten Gas­importeure vor der Insolvenz zu schützen, deshalb richtig. Zumal ein Zusammenbruch der Energieversorgung weit höhere Kosten für alle Bürger verursachen würde als die beschlossene Gas-Umlage. Deren Höhe wurde im Übrigen äußerst moderat festgelegt. Nachvollziehbar ist, dass diejenigen für die Rettung zahlen, die das Produkt, das rar ist, auch nutzen – also die Gaskäufer.

Energiekosten­ auf Vielfaches des Vorjahres

Der Kostendruck auf die betroffenen Menschen ist ­jedoch weit größer, als es die für viele verkraftbare ­Umlage vermuten lässt. Die hohen Marktpreise für Gas kommen obendrauf. Damit steigt die Energiekosten­abrechnung für einen großen Teil der Bürger auf ein Vielfaches des Vorjahres.

Für sozial Schwache, deren Lebensunterhalt im Wesentlichen durch staatliche Unterstützung bestritten wird, ist das kein Problem, weil die öffentliche Hand hilft. Auch Vermögende und die obere Mittelschicht verkraften den Aufschlag ohne Schwierigkeiten. Fraglich ist jedoch, ob alle anderen den exorbitanten Gasrechnungen gewachsen sind.

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