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Kommentar

Haushoher Sieg für SPD im Saarland: Der glücklose Hans

Die CDU von Ministerpräsident Tobias Hans hat die Wahl im Saarland laut ersten Hochrechnungen klar verloren. Deutlich vorn liegt die SPD mit ihrer Spitzenkandidatin Anke Rehlinger. Die sich andeutende Niederlage kommt für die CDU nicht unerwartet. Ein Kommentar.

Von Elmar Ries

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) gibt in einem Wahllokal seine Stimme für die Landtagswahl im Saarland ab. Foto: dpa

Die SPD hat im Saarland einen sensationellen Erfolg hingelegt, die CDU die Wahl komplett versemmelt. Die Wähler wollen weder Tobias Hans, den Ministerpräsidenten ohne Fortune, noch seine Partei länger in der ersten Reihe sehen. Das ist der wesentliche Teil der Botschaft des Wahltages. Auch wenn das Saarland klein und auf der großen politischen Bühne nicht allzu bedeutsam ist, strahlt das Ergebnis weit ins Land. Sehr zur Freude der SPD, sehr zum Verdruss der CDU.

Für die Bundes-CDU kommt die haushohe Niederlage zur Unzeit. Erst die Bundestagswahl verloren, dann die Führungsmannschaft ausgetauscht: Runderneuert, wie die Partei ist, wollten die Konservativen mit der Saar-Wahl ein erstes Zeichen setzen – und senden: Wir haben verstanden, wir sind wieder da, wir wollen regieren. Das ging gründlich schief. Die Niederlage kam nicht unerwartet. In Berlin hatte CDU-Generalsekretär Mario Czaja die Wahl für seine Partei schon in der vergangenen Woche verloren gegeben. Schuld: die Landespartei und ihr Spitzenpersonal. Auf dass bloß nichts kleben bleibt am neuen Hoffnungsträger Friedrich Merz. Unterstützung geht anders.

Rot-Grün ist denkbar

Auf die erfolgreiche SPD und ihre Spitzenfrau Anke Rehlinger kommt nun die spannende Aufgabe der Regierungsbildung zu. Rot-Grün ist denkbar, eine Ampel, eine sozialliberale Regierung und natürlich die Fortsetzung der großen Koalition unter veränderten Vorzeichen. Selbst die absolute Mehrheit lag für die SPD am Abend im Bereich des Möglichen. Für die Genossen eine überaus komfortable Situation.

Für den glücklosen Hans ist das Wahlergebnis hingegen ein Albtraum. Er und die CDU sind ins Bodenlose gestürzt. Im Angesicht einer solchen Niederlage ist die Fortsetzung einer politischen Karriere eigentlich undenkbar.

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