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Kommentar zum Wirrwarr um Bürger-Testzentren

Wut im Bauch

In zehn Tagen sollen die Bürger-Testzentren schließen. Die Länder wollen, dass sie erhalten bleiben, der Bund will sie nicht mehr alleine finanzieren. Angesichts steigender Inzidenzen ist der Streit fahrlässig falsch - und das damit verbundene Spiel auf Zeit brandgefährlich. Ein Kommentar.

Von Elmar Ries

Die NRW-Landesregierung hat die Corona-Schutzverordnung um zunächst eine Woche verlängert – und zugleich massive Kritik an der Bundesregierung geübt. Damit gilt in NRW bis zum 30. Juni eine Maskenpflicht in Bus und Bahn sowie in Flugzeugen, in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen. Foto: picture alliance/dpa | Federico Gambarini

Man fasst sich nur noch an den Kopf. Im Jahr drei der Corona-Pandemie haben Bund und Länder nichts dazugelernt. Wieder katzbalgen sie sich um die Finanzierung und Fortführung von Schutzmaßnahmen. Wieder gibt es keine Klarheit, sondern Verwirrung – und die wachsende Wut auf eine Politik, die in der Corona-Krise viel zu oft viel zu spät reagiert. Und dann nicht selten falsch.

Jetzt also geht es um die Bürger-Testzentren. Die sollen eigentlich Ende des Monates eingestellt werden. Zehn Milliarden Euro hat der Bund für dieses niedrigschwellige Angebot in die Hand genommen.

Doch was passiert?

In NRW daran gekoppelt ist beispielsweise die Besuchsregelung in Pflege­einrichtungen. Ein Rad greift also ins andere. Ein Grund mehr, sich frühzeitig um eine Folgeregel zu kümmern. Corona ist schließlich keine Spaßveranstaltung.

Doch was passiert? Während Ärzte, Virologen, Fachleute aller Fakultäten angesichts steigender Inzidenzen Alarm schlagen, vor einer neuen Corona-Welle warnen und nach allem rufen, was Schutz verspricht, stellt vor allem der Bund die Ohren auf Durchzug.

Auch Bürger-Test­zentren dienen diesem Schutzstreben. Und leisten zudem einen Beitrag, das öffentliche Leben in der Pandemie am Laufen zu halten. Das ist gut für alle. Schlecht hingegen ist, wie die Politik auch mit diesem Thema umgeht.

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