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Misshandlungsvorwürfe bei der Bundespolizei

Kommentar: Schwerer Imageschaden

Ein Polizist, der Asylbewerber quält? Der die unglaublichen Vorgänge durch SMS und Fotos dokumentiert und stolz an Kollegen schickt? Sollten sich die Recherchen als stichhaltig erweisen: ein skandalöser Fall.

Claudia Kramer-Santel

Wichtig ist nun die schnelle und restlose Aufklärung durch die Staatsanwaltschaft. Auch das Verhalten der „Mitwisser“ muss genau unter die Lupe genommen werden. Denn es geht um mehr. Herrscht bei der Polizei etwa ein Klima des „Wegschauens“? Es geht auch ums Image: Die Bürger dürfen den Glauben an die Staatsgewalt nicht verlieren. Das muss auch für Ausländer gelten – Asylbewerber in NRW sind bereits durch mutmaßliche Misshandlungen durch private Sicherheitskräfte verunsichert.

Das Image der Polizei ist seit Längerem angeschlagen. Ausgerechnet beim sensiblen Afghanistan-Einsatz sind Bundespolizisten wie eine Killertruppe aufgetreten – mit Totenkopfflagge. Zwei Polizeibeamte sollen gar Mitglied des Ku-Klux-Klan gewesen sein.

Einzelfälle, wahrscheinlich. Viele Polizisten arbeiten hart trotz ausgedünnter Personaldecke, mühen sich um gute Kommunikation. Das Vertrauen muss erhalten bleiben ebenso wie das wichtige Gefühl, dass die Polizei Freund und Helfer bleibt, beschützt, aufklärt – und nicht misshandelt, quält oder rassistisch vorgeht. Gerade deshalb ist eine lückenlose Aufklärung des Falles wichtig. Claudia Kramer-Santel

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